Reclam Verlag: Sun Zi. Die Kunst des Krieges, übersetzt von Harro von Senger

Zwei Alleinstellungsmerkmale

Zwei Alleinstellungsmerkmale

1. Maximale Übersetzungs-Transparenz

1. Maximale Übersetzungs-Transparenz

Chinesischer Urtext:

孙子曰:兵者,国之大事,死生之地,存亡之道,不可不察也。

Harro von Sengers Übersetzung: Die Wörter, die im Urtext stehen, sind fett gedruckt, die Wörter, die den die Urtext-Wörter verbindenden Text bilden, werden in dezenter Schrift wiedergegeben. Auf diese Weise sind Harro von Sengers Gedankengänge und die Urtextwörter für die Leserin / den Leser klar ersichtlich. Natürlich kann man jedes chinesische Urtextwort in aller Regel unterschiedlich übersetzen. Wie man das Urtextwort übersetzt, ist ebenfalls subjektiv. Aber es ist eine Subjektivität mit direktem Urtextbezug, wogegen Harro von Sengers Textverbindungen zwischen den Urtextwörtern gleichsam „in der Luft schweben“ Aber diese Textteile beruhen natürlich auf Harro von Sengers jahrelangen Studium zahlreicher in chinesischer Sprache verfasster Kommentare zu Sun Zis Kunst des Krieges sowie auf über lange Zeiträume geführten Gesprächen und Briefwechsel in chinesischer Sprache mit chinesischen Fachpersonen. Herzu schrieb Prof. Hans van Ess in seiner E-Mail vom 01.09.2023: «[…] Ich selbst habe das Buch mit großem Gewinn gelesen und im Unterricht verwendet, denn bei Deiner Übersetzung sieht man den Einfluß der 11 traditionellen Kommentare sehr gut – und ohne die macht man leicht Fehler […]“

2. Die wörtliche Übersetzung eines wichtigen Wortes an einer zentralen Stelle

2. Die wörtliche Übersetzung eines wichtigen Wortes an einer zentralen Stelle

Soweit bekannt, wird in so gut wie allen anglo-amerikanischen Sun Zi-Übersetzungen ein zentraler Satz fehlerhaft übersetzt. Daher gehen die anglo-amerikanische Sun Zi-Übersetzungen gestützten privaten und amtlichen US-Urteile über das militärische Verhalten der Volksrepublik China in die Irre. Siehe ein amerikanisches Negativ-Beispiel:

Buch "Competing without Fighting"

In diesem Buch zitieren die Autoren Sun Zi ein einziges Mal, und zwar wie folgt:

the supreme art of war

Auf einen zentralen Fehler in der Übersetzung von Samuel B. Griffith hat Harro von Senger in «Sun Zi. Die Kunst des Krieges» auf S. 143 ff hingewiesen.

  • Es geht um die Übersetzung “enemy” des chinesischen Wortes “人 = Mensch.” im zentralen Satz im chinesischen Urtext

不战而屈之兵

Das Schriftzeichen 人 bezeichnet von seiner Gestalt her recht klar und deutlich einen Menschen, nämlich unten 2 Beine mensch beine darüber der durch einen Strich angedeutete Oberkörper, siehe die verblüffend ähnliche Darstellung eines Menschen durch den Schweizer Künstler Giacometti auf dieser aktuellen Schweizer Sonderbriefmarke.

In so gut wie allen anglo-amerikanischen Sun Zi-Übersetzungen wird das Schriftzeichen 人 im zentralen Satz des Werkes «Sun Zi Die Kunst des Krieges» mit «enemy (Feind)» übersetzt. Das ist falsch. Das chinesische Schriftzeichen, das man mit «Feind» übersetzen kann, nämlich «敌», kommt im chinesischen Urtext von Sun Zi 70 Mal vor, aber eben nicht in dem zentralen Satz. Das sollte doch den anglo-amerikanischen und sonstigen westlichen Übersetzern zu denken geben. Es gab ihnen aber offenbar nicht zu denken. Das Schriftzeichen 人 kann richtigerweise nur mit «Mensch» bzw. in gewissen Zusammenhängen mit «Mann» übersetzt werden,

人 nicht wörtlich mit «Mensch», sondern interpretativ mit «Feind» zu
übersetzen ist grundfalsch.

Das bestätigt Hans van Ess:

Man kann sagen: In den USA wird, offenbar unter dem überwältigenden Einfluss der enggleisigen Denkschemas des Buchs «Vom Kriege» von Carl von Clauswitz, eine Feindschaft Chinas gegenüber den USA regelrecht «herbeiübersetzt».

Im angloamerikanischen Raum, das zeigt die falsche Übersetzung von , hat man keine Ahnung von der chinesischen Supraplanung. Die Supraplanung mit ihrem extrem weit gespannten Zeithorizont kommt im zentralen Satz dann zum Vorschein, wenn man mit «Mensch» übersetzt. Übeesetzt man mit «Feind» , outet man sich als jemand, der vom vergleichsweise kurzfristigen Clausewitz’schen strategischen Denken dominiert ist.

Über Supraplanung hat Harro von Senger das erste und bisher einzige westliche Buch publiziert: http://www.supraplanung.eu/.

Zur Tragweite der falschen anglo-amerikanischen Übersetzung «Feind» des Schriftzeichens 人 = «Mensch» siehe

Harro von Senger: «Sun Zi. Die Kunst des Krieges». Stuttgart 2026, S. 143 f.

sowie

Chinesische Supraplanung versus westliche Strategie – Mainstreamexterner Blick auf „die chinesische Herausforderung“

Prof. Dr. Dr. Harro von SENGER

S. 175

ff.
https://www.milak.at/fileadmin/milak/Forschung/Publikationen/Systemkonflikt_-_die_chinesische_Herausforderung___Zusammenstellung_f%C3%BCr_online.pdf